Broer Cross-cultural Management
BCCM - Profis in interkulturellem Management

Interkulturelle Trainings. Gute Vorbereitung.

Informationen für unsere Trainings-Teilnehmer und Interessierte

Leseempfehlungen vor einem Trainingsbesuch

Die folgenden Rezensionen verweisen auf Ratgeber und Bücher für angehende Entsandte, die zumeist schon vor einem Trainingsbesuch von Interesse sind. Die Auswahl wird nach und nach erweitert, sie kann nicht alles abdecken, aber alle aufgenommenen Titel werden ausdrücklich empfohlen.



  • Endlich: Für Kinder (ab 9) vor einer Ausreise nach China:
    Was Du schon immer über China wissen wolltest >>

  • Keine leichte Lektüre aber bestens geeignet als Einführung in interkulturelles Management für Zweifler:
    Die Amerikanisierungsfalle >>

  • Entsendevorbereitung als Mittel gesundheitlicher Prävention?
    Eine Studie der Allianz u.a. sucht Antworten. >>

  • Arbeitsbuch für Kinder ( 8- 11) vor einer Ausreise nach Japan:
    Emil JAPAN
    >>

Was Du schon immer über China wissen wolltest

Hasselblatt, Karin und Wagenbrenner, Sonja, Berlin Verlag, Berlin, 2008, 120 Seiten

Hand aufs Herz! Könnten Sie Ihren Kindern alles Wissenswerte über China erklären? Vielleicht, aber sicher nicht so geschickt wie dieses Buch.

Kinder sind neugierig und saugen Informationen auf wie ein Schwamm, wenn sie sich für etwas interessieren. Dieses Buch bietet ihnen jetzt die Möglichkeit, wichtige Dinge zu erfahren, die man über China wissen sollte. Es richtet sich an Kinder, die fließend selbst lesen können (ab 9) und einfach mehr über China herausfinden oder endlich mal Klarheit haben wollen, ob denn so manches Klischee über China wirklich stimmt. Dabei greift das Buch gern auf Vergleiche zum vertrauten deutschen Umfeld zurück, um den Lesern das vermeintlich Ferne nahe zu bringen. Vielleicht ist dies das Geheimnis, wieso man das Buch nicht mehr zur Seite legt. Mit jedem Abschnitt erfährt man interessantes Neues über das Alltägliche im heutigen China.

Die Autorinnen bringen in diesem Buch China von der menschlichen Seite näher. Da werden Fakten und Herangehensweisen einfühlsam geschildert, und so manches Mal entstehen witzige Szenen vorm inneren Auge der Leser, wenn zum Beispiel, Nudelsuppe mit Stäbchen zu essen, als echte Herausforderung beschrieben wird.

Wer dieses Buch gelesen hat, wird mit seinem China-Wissen Eindruck schinden können. Aber nicht nur dafür lohnt dieses Buch. Es ist auch ein Lesegenuss herausragender Art.

Dieses Buch ist sehr gut geeignet, Kinder (noch mehr) für China zu interessieren, auch und gerade vor einem Umzug nach China.

Ps.: Auch Erwachsene werden ihren informativen Spaß mit diesem Büchlein haben.

 

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Die Amerikanisierungsfalle – Kulturkampf in deutschen Unternehmen

Reisach,Ulrike,Econ, Berlin, 2007, 282 Seiten. ISBN 978-3-430-20007-3

Hätte ein interkultureller Trainer dieses Buch geschrieben, es würde wohl kaum Beachtung finden, weil es zu leicht dem Übertreiben zu Eigenwerbungszwecken zugerechnet würde. Hier schreibt aber keine Trainerin, sondern die langjährige Strategieberaterin eines deutschen Traditionsunternehmens, die den bewussten Versuch der stärkeren Amerikanisierung im Hause Siemens unmittelbar miterlebt hat. Sie hat verstanden, dass es im globalen Wettbewerb entscheidend darauf ankommt, (unternehmens-)kulturelle Stärken gezielt und dauerhaft zu nutzen. Ihr Buch basiert wie kein anderes zu diesem Thema auf Erfahrungen in deutschen Führungsetagen international agierender ‚Global Players’. Diese Bodenhaftung macht es so wertvoll. Reisachs Erkenntnisse fußen auf profunden Einsichten, wie durch gut gewollte, aber eben nicht umsichtig verwirklichte Übernahmen fremdkultureller Managementkonzepte manches, was bewahrenswert wäre, in Gefahr gerät, leichtsinnig oder gänzlich unbewusst verspielt zu werden.

Vorsicht! Dieses Buch hat es in sich: Es klärt sehr anschaulich auf, wie sich Kulturunterschiede in Business-Kulturen auswirken und zwar nicht etwa anhand fremder exotischer Kulturen, sondern am Beispiel der vermeintlich ähnlichen deutschen und amerikanischen Kultur. Reisach versteht es hervorragend, die immensen Auswirkungen feiner entscheidender Unterschiede auf unternehmerisches Führungsverhalten durchzudeklinieren, was ihr besonders eindrücklich hinsichtlich der amerikanischen Kurzfristigkeit des Handelns gegenüber der deutschen Mittel- bis Langfristigkeit gelingt. Aber nicht nur dort.

Ganz souverän umschifft Reisach einige Klippen des Kulturvergleichs, denen die meisten Betrachter allzu gern erliegen. So kann sie sehr geschickt mit der Tatsache umgehen, dass die deutsche und die amerikanische Kultur nicht zuletzt wegen sehr intensiver Wirtschaftsbeziehungen inzwischen eng miteinander verwoben sind. Amerika beginnt nicht etwa erst jenseits des Atlantiks, sondern in den Köpfen einer wachsenden Gruppe von  Führungskräften in deutschen Unternehmen. Dabei spielen die Eigentümerverhältnisse (vgl. Heuschrecken-Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit) eine wichtige, aber bei weitem nicht die allein entscheidende Rolle. Ebenso wichtig sind Ausbildungsgänge der Führungskräfte, das hohe Ansehen der an führenden amerikanischen Business Schools entwickelten Management-Methoden, welche zum Beispiel in vielen deutschen Beratungsunternehmen willig aufgegriffen und vermarktet werden. Die amerikanische Business-Kultur ist auf dem deutschen Markt sehr präsent. Und genau deshalb ist die Lektüre dieses Buchs allen Führungskräften in Deutschland dringend anzuraten.

Reisach beschreibt sehr treffend, warum welche Stärken der amerikanischen Business-Kultur auch deutschen Unternehmern sehr attraktiv und daher nachahmenswert erscheinen. Sie nennt deutsche Firmen beim Namen, die eine Firmenkultur mit vielen amerikanischen Elementen hier in Deutschland geschaffen haben, und präsentiert stichhaltige Indizien für ihre Zuordnungen.

Dabei stempelt Reisach amerikanisches Wirtschaften nicht ab. Sie verwirft auch das Übernehmen amerikanischer Managementgedanken und -techniken in deutschen Firmen nicht. Sie glorifiziert es aber auch nicht. Reisach führt den Preis vor Augen, den das Einführen bestimmter Vorgehensweisen (Prozessoptimierung statt Fachexpertise; Zielvorgaben statt Zielvereinbarungen etc.) vor dem deutschen kulturellen Hintergrund hat, der geprägt ist von dem hohen Bedürfnis nach Unsicherheitsvermeidung (vgl. Hofstede).

Mehrfach kommt Reisach auf die nachlassende soziale Kontrolle über Führungskräfte zu sprechen, in der sie in einer Reihe mit Abelshauser eine (vormalige?) Stärke der deutschen Kultur sieht: Soziale Kontrolle ermöglichte (bislang) niedrigere Transaktionskosten in Deutschland und begründeten einen kulturellen Standortvorteil. Diese Hypothese weiß Reisach sehr stringent mit vielen Beispielen zu untermauern.

Reisach zählt weitere kulturelle Standortvorteile in Deutschland auf: Nachhaltigkeit des Wirtschaftens, Verantwortlichkeit gegenüber dem Gesamtsystem Unternehmen, hohes allgemeines Ausbildungsniveau, stark ausgeprägte Identifizierung mit der Aufgabe (intrinsische Motivation), „Vertrauenskapital“ und so weiter.

Im letzten Kapitel zeigt Reisach die Möglichkeiten und Grenzen der Vereinbarkeit deutscher und amerikanischer Vorgehensweisen im Management. Das Kapitel liest sich in weiten Teilen wie ein dringender Appell an Verantwortungsträger in deutschen Chef-Etagen, nicht blindlings das amerikanische Modell auch in den Bereichen zu kopieren, in denen amerikanische Vorgehensweisen deutsche kulturelle Stärken ungenutzt lassen oder in absehbarer Zeit vernichten. Mit Hofstede („Nationalität engt Rationalität ein.“) u.a. betont Reisach, dass Kulturen sich weiterentwickeln müssen, um nicht zurückzufallen, und dass es sinnvoll ist, über den Tellerrand auch insbesondere in die USA zu schauen auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten. Aber sehr deutlich mahnt sie vor einem relativ unkritischen Übernehmen von Universalismen. „Erfolgt keine klare Analyse [des kulturellen Umfeldes, Ergänzung des Rezensenten]und gegebenenfalls Anpassung, wir der Erfolg ausbleiben. […] Jede Methode hat sich in ihrem jeweiligen Umfeld bewährt. Jede enthält Bewahrenswertes und Reformbedürftiges.“(S.234) oder : „Deutsche Unternehmen, die amerikanische Mangementmethoden eins zu eins übernehmen, verleugnen ihre Identität. Sie verschenken Chancen, die eine sinnvolle Adaption bietet.“(Vorwort, S. 9)

Reisach gebührt das Verdienst, am Beispiel des Kulturpaares Deutschland- USA klar und sauber und von neutralem Posten aus aufgezeigt zu haben, welche Entscheidungen Führungskräfte treffen müssen, die in diesem interkulturellen Umfeld erfolgreich arbeiten wollen. Aus ihren Zeilen spricht der dringende Appell an alle Verantwortlichen, sich die Konsequenzen ihres Handelns im Detail zu verdeutlichen und nicht durch unreflektiertes Übernehmen von Managementtechniken einer anderen Business-Umgebung unbeabsichtigt Stärken des eigenen Kulturraums zu vernachlässigen.

Das Buch sei besonders nachdrücklich deutschen Führungskräften empfohlen, die in der täglichen Arbeit eng mit US-amerikanischen Kollegen zusammenarbeiten oder kurz vor einer Entsendung in die USA stehen. Reisach zeigt auf, wie man aus einer konstruktiven Reflexion über unterschiedliche Usancen in unterschiedlichen wirtschaftlichen Handlungsräumen Stärken der eigenen (Unternehmens-) Kultur identifizieren und noch intensiver für den Erfolg der eigenen Firma nutzen kann. Somit schafft sie auf nur 282 Seiten eine solide Grundlage für überlegtes Handeln im interkulturellen Umfeld, das sich für Unternehmer und entsendende Firmen in Heller und Pfennig auszahlen dürfte.

Reicht die Lektüre dieses Buches, um gravierende Lehrgeldzahlungen für deutsche Manager in den USA zu vermeiden? Zum Teil! Vielleicht sogar zu einem großen Teil. Aber sicherlich reicht die Lektüre allein nicht. Das Buch stellt auf strategische Fragen im Umgang mit deutsch-amerikanischen Kulturunterschieden im Management ab. Notwendigerweise müssen ebenfalls sehr erfolgsrelevante Themen des praktischen Umgangs miteinander ausgeklammert werden wie zum Beispiel: Non-Diskriminierung am Arbeitsplatz. Gerade hinsichtlich des nicht-diskriminierenden Verhaltens am Arbeitsplatz gilt in den USA jedoch ‚Zero-Tolerance’ auch für Neulinge in den deutsch-amerikanischen Kooperationen. Manager mit ständigem Arbeitskontakt zu amerikanischen Business-People müssen neben den strategischen Gedanken auch ganz konkrete Arbeitstechniken beherrschen: Führungsgespräche, Konfliktmanagement, Präsentationstechniken etc. Ein qualitativ herausragendes interkulturelles Training vermittelt diese Techniken ebenso wie die eher strategischen Gedanken, die jetzt Ulrike Reisach dankenswert so praxisnah und kompakt beschrieben hat.

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Entsendevorbereitung als Mittel gesundheitlicher Prävention?

Rezension der Studie „Kulturschock Auslandsaufenthalt- auf Kosten der Gesundheit? Aspekte einer Auslandsentsendung und ihr Einfluss auf den Gesundheitszustand von Expatriates, Dipl.-Psych. Beate Huber, im Auftrag von Allianz Worldwide Care u.a., 2007

Endlich bot sich die Chance, Grundthesen der interkulturellen Forschung mit unbestechlichen Zahlen, Daten und Fakten abzugleichen. Einer der größten Krankenversicherer für Auslandskrankenversicherungen, die Allianz Worldwide Care, öffnete seine Akten einer ausgewählten Psychologin und ließ sie in den Akten nach Anzeichen für untrügliche Gesundheitsfaktoren bei Entsendungen ins Ausland stöbern. Damit verband sich natürlich die Hoffnung, diese Faktoren genauer identifizieren zu können, und in Kenntnis etwaiger negativer Faktoren frühzeitig positiv auf das körperliche Wohlbefinden während eines Auslandsaufenthaltes hinwirken zu können.

Mag der Auftraggeber eher an eine bessere Berechenbarkeit der Versicherungsraten gedacht haben, so ist die Aufgabenstellung doch insbesondere für interkulturelle Forscher äußerst interessant. Die meisten interkulturellen Experten arbeiten bekanntlich mit plausiblen Grundthesen, für die man Indizien finden kann. Eine wissenschaftlich solide Hypothesenbildung kann nach wie vor als Herausforderung gesehen werden.

Die Psychologin Huber untersuchte 4 Hypothesen, wonach Auswirkungen auf die Gesundheit 1. vom Ausreiseland, 2. vom Alter der Ausreisenden, 3. vom Familienstand und 4. von der Rolle während des Auslandseinsatzes ausgehen sollten. Die Studie geht mit Resch davon aus, dass ein erhöhtes Stressniveau negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Entsandten hat. Die statistische Auswertung des Datenmaterials bestätigte die Einflussfaktoren Ausreiseland, Alter und Rolle während des Auslandseinsatzes. Die Daten legen ebenfalls nahe, dass verheiratete Entsandte im Ausland häufiger krank werden als unverheiratete.

Die Ergebnisse können als Bestätigung lang vermuteter Annahmen herhalten, sie enthalten aber auch Überraschungen. So hätten auch Entsende-Experten nicht unbedingt vermutet, dass als kritischstes Ausreiseland ausgerechnet Taiwan auffällt, gefolgt von Singapur, wo innerhalb des Betrachtungszeitraums immerhin noch 72% aller Entsandten „eine Diagnose“ erhielten. Mag der Spitzenplatz Taiwans sich vielleicht aus der relativ kleinen Datenbasis ergeben, stimmt dies für Singapur nicht mehr. Hier ist die Datenbasis mit 72 von 681 Personen ausreichend groß.

Bedeutet es nun, dass sich Singapur als Standort für deutsche Entsandte weniger empfiehlt? Das geben die Daten nicht her. Entsandte in Singapur zeichnen von sich selbst regelmäßig ein Bild, das nicht durch allzu großen Stress gekennzeichnet ist. Sie bestätigen, gern in Singapur zu leben und gut zurechtzukommen. Einigen dem Rezensenten bekannten Einschätzungen deutscher Entsandter in Singapur zufolge erlebten nur wenige einen Kulturschock, wie er im Buche steht. Ganz im Gegenteil wurde kulturelle Fremdheit eher selten in Singapur erlebt.

Es ist nicht völlig auszuschließen, dass diese Selbsteinschätzungen vor dem Hintergrund der Studie als Pfeifen im Walde gedeutet werden sollten. Und es mag auch das Verdienst dieser Studie sein, aufgezeigt zu haben, dass auch vermeintlich leichte Auslandsstandorte Potential haben, die Stressbelastung der Entsandtenfamilien stark zu steigern. Jedenfalls hat die Studie das Zeug, verantwortliche Entsender und interkulturelle Experten zu ermahnen, sich nicht auf lieb gewonnenen bequemen Erfahrungen auszuruhen, sondern unablässig weiter nach förderlichen und weniger förderlichen Faktoren eines Auslandseinsatzes zu forschen.

Und dennoch kann die Studie natürlich ein paar Fragen nicht beantworten, die sie nun umso drängender aufgeworfen hat. Welchen Einfluss hat die Verfügbarkeit ärztlicher Dienste im Ausland auf die Inanspruchnahme? Wenn ein Arzt nicht in der Nähe ist, mag manch ein Entsandter zunächst auf bewährte Hausmittelchen zurückgreifen, statt sich lange Stunden auf den Weg zum nächsten Arzt zu machen, den man mitunter mangels Kenntnisse der Landessprache nicht versteht. Aber natürlich wollen und sollten fürsorgliche Eltern im Ausland auf Nummer sicher gehen und ihr Kind lieber zehn Mal zu viel, als ein Mal zu spät einem Arzt vorstellen, zu dem man Vertrauen hat. Auch die Auswirkung der ärztlichen Vergütungssysteme auf „Diagnosen“ bleibt ununtersucht. Aber natürlich verschreibt ein Arzt tendenziell mehr, wenn er denn am Verschreiben verdient oder wenn ein viel verschreibender Arzt in seinem Umfeld viel gilt.

Entsender interessieren sich für zumindest eine weitere Frage, die aber in dieser Studie naturgemäß gar nicht untersucht werden konnte: Besteht zwischen einem eingeschränkten Gesundheitszustand und dem Entsendeerfolg eine Beziehung? Lässt sich eventuell sogar ein Zusammenhang zwischen eingeschränkter Entsandten-Gesundheit und dem Scheitern einer Entsendung im Sinne der vorzeitigen Rückkehr erkennen? Wäre also der Gesundheitszustand gemessen an der Anzahl Verschreibungen während der Entsendung ein geeigneter Prädiktor zumindest für Verlängerungen der Entsendezeit? Die Studie bietet Gelegenheit, zu erkennen, wie schwierig das Hantieren mit Prädiktoren im Auswahlprozess einer Entsendung ist, da ein plausibles Raster zur Objektivierung einer Entsendeleistung kaum zu erstellen ist, so sehr Entsendeverantwortliche und professionelle Entsendungshelfer dies auch wünschten. Die Leistung der Entsandten lässt sich – wie regelmäßig bei Führungspersonen – eben häufig erst mit einigem Nachlauf ex post bewerten. Die Entsandten erben die Probleme ihrer Vorgänger und vererben eigene Erfolge an ihre Nachfolger.

In der Auswertung der Studie gibt die Autorin Empfehlungen für Entsender, unter anderem, dass eine gute Vorbereitung auf die fremde Kultur ein „Indiz für […] die Resilenz gegen Erkrankungen vieler Art sein könne“ (Seite 29). Möge sie mit dieser Einschätzung Recht haben! Die Studie betont die Wichtigkeit, begleitende Partner auf die Ausreise vorzubereiten, und vergisst nicht, eine Betreuung der begleitenden Partner am ausländischen Einsatzort einzufordern.

Die Studie gibt auch die Empfehlung, den Faktor Lebensalter stärker in der Personalauswahl für Auslandspositionen zu berücksichtigen. Dieser Rat steht im Widerspruch zur Aussage vieler Entsandter, dass es einiger Lebensreife bedarf, im komplexen Handlungsumfeld einer Entsendung gut zurechtzukommen. Die Kranken-Statistik scheint hier eine andere Sprache zu sprechen.

Ebenfalls gibt die Studie die Empfehlung, vor einer Entsendung der Stabilität der Partnerschaft angehender Entsandtenfamilien hohe Aufmerksamkeit zu widmen. Insoweit bestätigt die Studie den Erfolgsfaktor „zufrieden stellendes privates Umfeld am ausländischen Einsatzort“, der von vielen erfahrenen Entsendern deutlich gesehen und zuweilen als Grund für eine regelmäßig gute Alimentierung der Auslandsentsandten angeführt wird. Die empfohlene Bewertung der Stabilität der Partnerschaft indes dürfte in der Unternehmenspraxis nicht ganz so leicht umzusetzen sein.

Leider wird nur auf methodische Einschränkungen der Datenerhebung als solcher hingewiesen. Die Chance wird verpasst, die Grenzen der Vorhersehbarkeit aufzuzeigen. Denn so stabil eine Partnerschaft auch im bisherigen Umfeld war, entscheidend ist, ob sie sich unter teils gravierend veränderten Umständen weiterhin so stabil erweisen wird. Und dies ist mit gängigen psychologischen Verfahren bislang nicht recht vorhersehbar.

Der Autorin gebührt unzweifelhaft das Verdienst, das Beste aus der vorhandenen Datenbasis gemacht zu haben. Sie hat trotz vieler Unwägbarkeiten der Datenausgangslage (die Länge des Auslandseinsatzes z.B. wurde als Faktor wohl nicht untersucht) endlich einige Hypothesen empirisch untermauern können. Natürlich wäre es wünschenswert, derartige Studien mit einer noch größeren Datenbasis durchzuführen. Aber letztlich sollte aus dieser Studie doch auch die Erkenntnis gezogen werden, dass sich auch mit größtem Forschungsaufwand keine ausreichend verlässliche Prädiktoren für einen beruflich und privat erfolgreichen Auslandseinsatz herausfiltern lassen.

Damit unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, alle angehende Auslandsentsandte – nicht nur vermutete Problemfälle – nach Kräften zu unterstützen, am neuen Wirkungsort so schnell wie möglich ähnlich erfolgreich zu werden, wie im vertrauten alten Umfeld. Dass ein erstklassiges Vorbereitungstraining unter Einbeziehung der begleitenden Lebenspartner eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche Entsendung ist, kann nur bestätigt werden.

Einer Versicherung mögen die Ergebnisse der Studie genügen, um allgemeine Risiken besser einschätzen und Policen neu berechnen zu können. Die Studie lässt im übrigen dankenswert erkennen, dass solide Vorbereitungstrainings für angehende Entsandte und deren Lebenspartner zwar von einer empirischen Fundierung durchaus profitieren, diese empirische Basis aber nicht ausreicht, gute Vorbereitungsseminare zu halten. Um das Eingewöhnen am neuen Wirkungsort zu erleichtern, reicht es nicht, die statistischen Einflussgrößen zu kennen. Angehende Entsandte benötigen eine griffige Orientierung, welches Vorgehen sich erfahrungsgemäß im beruflichen und privaten neuen Umfeld bei welchen Aufgabenstellungen bewährt hat.

Erfahrene Trainer, wie sie zum Beispiel BCCM für seine Entsende-Trainings „Besser ankommen in …“ einsetzt, haben die besten Voraussetzungen, Entsende-Trainings zu gestalten, die einen spürbaren Beitrag zum beruflichen und privaten Erfolg einer Entsendung leisten. BCCM-Teilnehmer bestätigen dies in ihren Rückmeldungen. Testen auch Sie es aus.

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JAPAN

Iwamoto, Junko, Isabelle Erler, Susanne Göhlich, Carlsen Verlag, Reihe EMIL (Entdecken, Mitmachen, Lernen) Bd. 10, Hamburg, 2005, 25 Seiten


Diese Broschüre ist ein nettes Arbeitsheft für Kinder, die gern Rätsel und Aufgaben lösen. Sie erfahren ganz neben bei auch einiges über Japan, zum Beispiel wie ein Stundenplan an japanischen Schulen aussieht oder welche Tischsitten in Japan üblich sind. Das hat zwar nicht allzu viel mit dem Alltag von Entsandtenkindern in Japan zu tun, ist aber dennoch zum Wecken des Interesses vor einer anstehenden Ausreise sehr geeignet.

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