BCCM = Success in Global Business
BCCM - Profis in interkulturellem ManagementFallstudien perfekt schreiben

5. Meister-Tag: Die Kunst des Rollenspiels

Das Potential begeisternder Rollenspiele entdecken

BCCM erklärt, wie begeisternde Fallstudien entstehen

Lebendiges Lernen an konkreten Fällen . . .

. . . gilt als besonders intensives Lernen. Jedenfalls, wenn es handwerklich gut gemacht ist.

Um das Handwerk des Rollenspiels geht es am Meistertag "Kunst des Rollenspiels", empfiehlt doch die Deutsche Gesellschaft für Personalführung Rollenspiele als effektivste Lernform im interkulturellen Managementseminar.

Rollenspiele zu entwerfen, gilt als hohe Trainerkunst. Vieles muss passen, damit das Gesamtbild begeisternd stimmig wird. Das Rollenspiel braucht Handlungsspielraum, um nicht bloße comedia dell’ arte zu werden, es braucht eine spannende Dramaturgie und die Möglichkeit eines von allen Beteiligten erstrebenswert angesehenen Ergebnisses.

Es findet sich eine Vielzahl Vorschläge für Rollenspiele zum internationalen Management in Büchern und im Netz, die sehr unterschiedliche Lerninhalte mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen vermitteln. Der Meistertag erläutert, welche Kriterien ein nützliches Rollenspiel erfüllen sollte.

Am Nachmittag gibt es Gelegenheit, begeisternde Rollenspiele aus dem BCCM−Fundus live zu erleben. Die Rollenspiele werden im Anschluss auf Herz und Nieren untersucht, die Wirkungszusammenhänge zwischen Ausgangssituation, Ergebnismöglichkeiten und Auftreten der Rollenspieler werden offen gelegt.

Die abschließende Diskussion, wie sich digitales Lernen mit Rollenspielen verbinden lässt, gibt weitere Anregungen für optimale Video−Clips in der Weiterbildung hinsichtlich internationalen Managements.

Kurzum: Der Meistertag bietet viele Anregungen zum Optimieren von Weiterbildungsmaßnahmen zu interkulturellem Management. Dass er darüber hinaus eine gute Gelegenheit zum Austausch im Kreise Erfahrener und Interessierter ist, ist ein Zusatznutzen, den man gerne mitnimmt.

Das Programm des Meister-Tags KUNST DES ROLLENSPIELS am 13.09.2017 in Bonn

    09:00
    Registrierung und Gelegenheit zum Gespräch im Kollegenkreis
    • Die Vernissage Qualitätsmerkmale geeigneter Rollenspiele im interkulturellen Managementtraining hat schon geöffnet.


    10:00
    Eröffnung: Rollenspiele − zu analog, um gut zu sein?
    • Erlebte Case Studies :
      Das Besondere an Rollenspielen im Managementtraining
    • Digitalisierung der Trainingsform Rollenspiel :
      Wie man digital natives für Rollenspiele begeistert


    10:15
    Internationales Management im Rollenspiel
      Beispiel: "Kooperation mit Kollegen aus den USA" oder "Besprechungen mit japanischen Kunden"
    • Die didaktisch effektive Dramaturgie für Kulturprägungen
    • Handlungsspielräume des Rollenspiels angemessen gestalten
    • Welche Rolle sich für welche Lerninhalte besonders gut eignet


    11:15
    Pause

    11:35
    Rahmenbedingungen für erstklassige Rollenspiele zu internationalem Business
    • Den Zeitfaktor beherrschen : Wie geschicktes Design die Trainingsintensität bestimmt
    • Wer spielt mit wem? Braucht es ein Trainerteam?
    • Zwischen Mikro- und Makro-Management: Die Ebenen der Auswertung
    • . . . und wenn’s mal schief läuft? Hinweise zum Umgang mit Unvorhergesehenem im Rollenspiel


    12:35
    Mittagspause und Vernissage "Qualitätsmerkmale geeigneter Rollenspiel im interkulturellen Managementtraining"

    14:00
    Qualität der Rollen
    • Tragische Helden: Warum gut Gemeintes häufig keinen Lerneffekt hat.
    • Die zentrale Rolle der Beobachters


    14:30
    Ausprobieren! Rollenspiele erleben
      1. Rollenspiel zum Argumentieren mit Kollegen aus den USA
      2. Rollenspiel zum Ablehnen unangemessener Forderungen japanischer Kunden


    16:00
    Digitales Lernen und Rollenspiele
      Paneldiskussion der Tagungsergebnisse


    17:00
    Rollen spielen lassen!
      Der offizielle Teil ist zu Ende. Notieren Sie Ihre Ideen noch im Foyer, networken Sie oder streifen Sie erneut durch die Vernissage.
Anmeldung Herr Frau
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Rückblick auf den Meister-Tag am 24.03.2017 in Bonn

Das Entstehen brillanter Fallstudien . . .

. . . konnten die Teilnehmer am Meistertag "Kunst der Fallstudie" am 24. März 2017 in Bonn erleben. BCCM öffnete sein Nähkästchen, erlaubte Einblicke in die Arbeit mit begeisternden Fallstudien im Training für den Erfolg im internationalen Geschäft.
Am Ende des Meistertages hatten die Teilnehmer erlebt, wie qualitativ herausragende Fallstudien für interkulturelle Managementtrainings entstehen, die tatsächlich ein gruppenorientiertes praxisnahes Lernen ermöglichen und über welche Stellschrauben sich der Komplexitätsgrad der Lerninhalte steuern lässt.
Obwohl fast ausschließlich erfahrene interkulturelle Trainer und Coaches teilnahmen, hatte der Meistertag einige Aha-Erlebnisse zu bieten. Schon allein die didaktisch sinnvolle Reihenfolge, Aufgabenstellungen vor den eigentlichen Fallstudientext zu drucken, leuchtete den Teilnehmern umgehend ein, obwohl fast alle ihr zum ersten Mal begegneten.
Die Teilnehmer zeigten hohes EngagementBegeisternde Fallstudien sollen Teilnehmer anregen, mehr zum Thema erfahren zu wollen. So wurden die Teilnehmer nach dem Lesen einer originalen BCCM-Fallstudie gefragt, ob sie sich gern mal mit der Protagonistin Ma Ding aus der Fallstudie unterhalten möchten, wenn sie die Gelegenheit dazu erhielten. Die einhellige Bejahung "Natürlich, ja!" verwunderte nicht. Genauso angeregt interessiert hatten sich stets die Teilnehmer des BCCM-China-Seminars gezeigt. Im Seminar erfuhren die Teilnehmer, warum welche Schilderungen in welcher Weise zur Fallstudie verdichtet wurden, welche Informationen gekürzt wurden, wie chinesische Leistungsträger kurz und knapp beschrieben werden können, ohne die Deutungshoheit oder absolute Wahrheiten zu beanspruchen. Gute Fallstudien erklären nicht, wie Leistungsträger einer anderen Kultur "so sind", sondern in welchem Handlungsumfeld sie Leistungen mit welchen Mitteln und welcher Motivation erbringen.
Die Teilnehmer diskutierten engagiertWer am Meistertag teilnahm, konnte erleben, wie in begeisternden Fallstudien komplexe Fragen zuweilen in einem einzigen Nebensatz umfassend behandelt werden. Lernökonomisch effizienter geht es wohl kaum. Ma Ding, die ihre Karriereerwartungen in der Frage "Wie wird es sein, wenn ich mal einen Sohn haben werde?" auf den Punkt bringt, regt mit nur einem Satz eine Diskussion an wie ein viertelstündiger Vortrag über das Selbstverständnis moderner Leistungsträgerinnen in den chinesischen Metropolen. Begeisternde Fallstudien, so haben die Teilnehmer gelernt, komprimieren, um Inhalte auf den Punkt zu bringen. Zuweilen kommt es auf einzelne Wörter an. Das Wort "Problemsicht" in den Bearbeitungsaufgaben kann schon allein die Aufmerksamkeit der Lernenden ungewollt vom eigentlichen Thema einer Fallstudie ablenken, wie eindrucksvoll dargelegt wurde.
Auch die Abgrenzung zu kurzen Critical Incidents − für die einige Regeln guten Fallstudiendesigns ebenfalls gelten − gelang beeindruckend anhand gängiger Beispiele. Schnell wurde klar: E-Learning zu interkulturellen Themen mit seiner bis heute vorherrschenden Form von anzuklickenden vorgegebenen Antworten oder Wissensschnipseln auf Videoclips kann sich bislang nur an Einsteiger richten, so dass der Nutzen oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Es ist aufgrund der im E-Learning-Format verbreiteten Beschränkung auf allgemeingültige Aussagen zu nationalen Charaktermerkmalen oder Präferenzen, extrem schwierig bis unmöglich, Zusammenhänge in der gebotenen Differenzierung aufzuzeigen. Somit bleibt E-Learning im Bereich interkulturellen Managements auf reine Wissensvermittlung (könnte man auch bei Wikipedia nachschlagen) und grobe Stereotypisierung (Charakterisierung mit der Tendenz voreilig zu werten) beschränkt. Gute Fallstudien leisten mehr, indem sie Zusammenhänge aufzeigen und Ausgangspunkt für die Diskussion über Handlungsalternativen sind. Wenn ein Seminar dann noch von einem Trainerteam geleitet wird, das in beiden Business-Kulturen eigene Führungserfahrung sammeln konnte, zahlt sich die Investition in qualitativ hochwertiges Training im Nu aus.
Am Mittagstisch wurde in Kleingruppen weiterdiskutiertBegeisternde Fallstudien schaffen die Basis für ein hohes Engagement der Lernenden. Viel Know-how liegt im Identifizieren eines didaktisch geeigneten Falls, denn nicht alles eignet sich, was interessant ist. Sex and Crime habe in begeisternden Fallstudien keinen Platz, so interessant beides auch sein mag, meinte BCCM. Auch Absichten dürfen keine Rolle spielen. Gut geeignet sind Situationen des Managements, in denen es trotz bester Absichten bei allen Beteiligten leicht zu einem clash of civilizations kommen könne.
Und dennoch ist der Schreibstil entscheidend. Mit Humor geht alles leichter, stimmt zwar generell, Humor ist in Fallstudien jedoch ein zweischneidiges Schwert, weil humoristische Situationen meist von Übertreibung leben. Für heikle Themen passe aber genau diese Übertreibung zuweilen. Wenn in der Fallstudie der junge Entsandte aus Deutschland in der Kneipe auf Karl trifft, der in Brasilien "schon 8 Mal in den letzten 2 Jahren die Liebe seines Lebens fand", dann braucht es keine langen Erklärungen mehr, einen kultivierten, respektvollen Umgang mit Personen des Expat-Umfelds anzuempfehlen. Neben dem stimmigen Schreibstil ist die Plausibilität der Fallstudiensituation zentral. Kommissar Zufall habe in begeisternden Fallstudien nichts zu suchen, legte BCCM dar. Wenn eine einflussreiche Person der Fallstudiensituation zufällig einen Vetter bei der Polizei habe, dann löse dies halt keine inhaltliche Auseinandersetzung über die Frage aus, wie Arbeitsplatzsicherheit gewährleistet werden könne.
Versammelte Kompetenz durch erfahrene TrainerNach der kurzweilig vorgetragenen Einführung ging es ans Eingemachte: In zwei Gruppen machten sich die Teilnehmer daran, eine gängige Fallstudie zu polieren. Dabei merkten alle: Begeisternde Fallstudien zu schreiben, braucht Übung. Immer wieder muss sie auf Herz und Nieren getestet werden und häufig gärt sie eine Zeitlang bis zur Seminarreife.
Der Meistertag beantwortete viele, aber nicht alle Fragen der Teilnehmer. Wie man interkulturelle Managementthemen im Rollenspiel vermitteln könne, fragten sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer. Man habe mit Rollenspielen nicht ausschließlich gute Erfahrungen gesammelt. Diese Frage musste im Wesentlichen unbeantwortet bleiben. BCCM konnte aber auf den für den 13. September angesetzten 2. Meistertag dieses Jahres verweisen, auf dem der geschickte Umgang mit Rollenspielen im interkulturellen Training eingehend diskutiert werden wird. Vermutlich werden einige Teilnehmer erneut dabei sein.


Interessenten für den Meistertag "Kunst des Rollenspiels" können sich ab sofort oben auf dieser Seite anmelden.

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