Meistertag "Das perfekte interkulturelle Managementtraining"

Jahrestagung zur Didaktik interkultureller Managementtrainigs

Meistertag: Geballtes Wissen

Anmeldung zum Meistertag 'Interkulturelles Managementtraining' am in Bonn. Thema: Das Eindenken in Business-Verhalten in Auslandsmärkten (interkulturelle Empathie) optimal fördern

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Der Teilnehmerbeitrag beträgt 80,--EURO netto (95,20 EURO brutto)

Der 9. Meistertag "Das Eindenken in Business-Verhalten in Auslandsmärkten" am 6. März 2020 in Bonn verspricht erneut viele spannende Anregungen für nützliche interkulturelle Management- und Entsendetrainings

Das (vorläufige) Programm des Meistertags "Eindenken in Business-Verhalten in Auslandsmärkten" am 6.03.2020 in Bonn

09:00 Registrierung

10:00 Der Wert des Wissens um gesellschaftliche Muster für den Erfolg im Auslandsgeschäft
Einführungsvortrag (BCCM = Success in Global Business)
Stichpunkte: Wie Muster eine Gesellschaft strukturieren. Wie man sich anhand dieser Muster schnell in Business-Kulturen eindenken kann

10:30 Kleine Änderungen große Wirkung: Musteränderungen am Beispiel China
n.n.

11:45 BigData zur Mustererkennung: Qualitätssteigerung für interkulturelles Training?
n.n.

13:00 Mittagspause

13:45 Unternehmergen oder Dr. der Ökonomie? Zum Wissenserwerb gesellschaftlicher Muster des Business-Verhaltens
n.n.

14:30 Workshop: Digitalisierung des interkulturellen Trainings: Mehr als Videoclips!
Die Inhalte nützlicher Trainings unter digitalem Veränderungsdruck
n.n.

16:00 Panel: Akzeptanz digitalisierter Lehrmodule
(Moderation BCCM)

17:00 Ende des Meistertags, Beginn des Networking

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Rundum zufrieden zeigten sich Teilnehmer des 8. Meistertages "Interkulturelles Managementtraining" mit dem intensiven Austausch von Forschung und Praxis am 17. Mai 2019 in Bonn. Auf Einladung von BCCM referierte Dr. des. J. Hass von der Universität der Künste Berlin über ihre aktuelle Studie zur Rolle von Stereotypen in interkulturellen Trainings. 27 Trainingsveranstalter hatten in einem qualitativen Interview Rede und Antwort gestanden zur Frage, wie sie es mit dem Spagat zwischen der Kulturgeprägtheit individuellen Verhaltens und der persönlichen Varianz eben dieser Kulturgeprägtheit hielten. 3 Trainingsveranstalter luden die Doktorandin zur Hospitation ein. In Summe weist die Studie also eine solide Basis zur wissenschaftlichen Betrachtung des Umgangs mit Stereotypen in aktuellen Trainingsangeboten auf.

Jessica Hass fand heraus, dass sich alle teilnehmenden Interviewpartner der Problematik des Arbeitens mit Stereotypen im interkulturellen Training bewusst sind. Die meisten nehmen jedoch stereotypisierendes Verallgemeinern in Kauf, weil es marktgängig sei oder weil man halt keine bessere Methode finde und ein expliziter Hinweis auf eingeschränkte Gültigkeit allgemeiner Aussagen zu kulturgeprägtem Verhalten in Anwendung auf konkrete Interaktionen ausreiche, die Schwächen dieser Methode zu relativieren.

Jede Stereotypisierung basiert auf einer vorausgehenden subjektiven Kategorisierung, referierte J. Hass. Die Designer interkultureller Trainings sollten sich dieser Tatsache bewusst sein, dass sie keine objektiven Wahrheiten vermitteln, sondern subjektiv geprägte Deutungen. Überrascht hat in der Studie die Prävalenz des Herderschen Kulturbegriffs, der eine Kultur als Kugel beschreibt mit nur tangentialen Berührungspunkten zu anderen Kulturen. Die Beschreibung der Kultur in der Herderschen Tradition laufe auf das Suchen nach der kulturellen Essenz hinaus. Der wissenschaftliche Kulturbegriff habe sich seitdem stark entwickelt. Prägend sei der von Hansen 2009 eingeführte Begriff der Multikollektivität, eine Nation könne als Dachkollektiv gesehen werden oder eben auch eine Religion, darunter aber setzt sich die Kulturalität der Kulturträger aus verschiedenen Zugehörigkeiten zu verschiedenen Gruppen (Kollektiven) zusammen.

Überrascht war die Promovierende, dass die Darstellung des (trennenden) Einzigartigen einer Kultur in interkulturellen Trainings noch relativ weit verbreitet zu sein scheint, dabei sei die Frage "Wie kommen wir zusammen?" für ein Training erstrebenswerter.

Unter den Empfehlungen für das Ausgestalten nützlicher Trainings finden sich die Ratschläge, theoretisches Kultur"wissen" erfahrbar zu machen und nicht die Differenzen, sondern die Synergiepotentiale in den Betrachtungsfokus zu rücken, um Kultur und Interkulturalität als Ressource zu nutzen.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer das Handwerk guter Lehrmaterialien, gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Digitalisierbarkeit. Das Axiom Gerald Hüthers, schnelles und nachhaltiges Lernen bedürfe der Emotionen, eines Erlebnisses, das unter die Haut geht, und eines Sinns bestätigten die Teilnehmer unisono vor dem Hintergrund ihrer Trainingserfahrung. In diesem Sinne sind viele interkulturelle Lerninhalte nur eingeschränkt digitalisierbar. Zudem greift die Digitalisierung interkultureller Kompetenzen notwendiger Weise auf eine sehr starke Stereotypisierung und Idealisierung als Referenzen zurück und unterlasse es, den Umgang mit Stereotypen zu reflektieren, obwohl diese Reflexion von Praktikern und Wissenschaftlern unisono für unverzichtbar gehalten werde. Stereotypen, so resümierten die Teilnehmer, böten vornehmlich eine Orientierung für unbelastete Erstbegegnungen, also für die (wenigen) Fälle, in denen noch keine Beziehung zu den Geschäftspartnern aufgebaut sei und noch keine Vorgeschichte zu beachten sei.

Was erstklassige und begeisternde Lehrmaterialien für interkulturelle Trainings auszeichnet, verdeutlichte BCCM anhand einer aktuell in BCCM-Seminaren verwendeten Fallstudie, die zum Erstaunen aller Teilnehmer ohne Stereotypen auskommt. Insbesondere der BCCM-Trainingsansatz, Teilnehmer zum aktiven Handeln zu bringen und vorab alle für das erfolgreiche Bewältigen einer Standardsituation benötigten Informationen zu geben, erregte als profund durchdachte neue Form interkultureller Didaktik das Interesse der Teilnehmer. So diametral anders die Didaktik mit cross-cultural mindsets im Vergleich zu herkömmlichen Trainings daherkommt, so überzeugend sind die Logik und Trainingsergebnisse.

Ein intensiver Austausch ging mit lauter strahlenden Gesichtern zu Ende. Einige Teilnehmer kündigten an, auch am 9. Meistertag in 2020 wieder dabei sein zu wollen, wenn ein weiteres Mal der Dialog von Praxis und Wissenschaft spannende Erkenntnisse verspricht. Stattfinden wird er am 6. 03.2020 in Bonn. Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.

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"Der 6. Meistertag Optimaler Medieneinsatz im interkulturellen Training am 5. März 2018 in Bonn übertraf meine Erwartungen in vielerlei Hinsicht", resümiert Organisator Bastian Broer. "Es war der vielfältigste Meistertag bislang, und vor allem die große Offenheit aller Referenten imponierte mir und den Teilnehmern, die teils aus der Schweiz und sogar Spanien anreisten. Alle Referenten haben einen profunden Einblick in die Gedanken ermöglicht, auf denen die herausragenden Schulungsangebote der Referenten basieren." Alle Teilnehmer konnten erleben, wie viel Aufwand die Referenten betreiben, hochwertige und sehr gut durchdachte Angebote an den Markt zu bringen.

Manche Teilnehmer schrieben sich die Finger wund mit Anregungen für eigene interkulturelle Trainings. Der Meistertag bot wie kein anderes Forum Gelegenheit, rund um das Thema E-Learning interkultureller Lerninhalte eigene Erfahrungen mit den Erfahrungen angesehener Trainer und ausgewiesener Experten abzugleichen. "Ich bin fasziniert, wie selbstverständlich Sie hier Ihr blended learning auf die herausragenden modernen lerntheoretischen Erkenntnisse wissenschaftlicher Koryphäen gründen", zeigte sich ein teilnehmender Lehrstuhlinhaber aus Süddeutschland begeistert, als Mechthild Müller vom l.a.s. erläuterte, von welchen didaktischen Gedanken sie sich leiten ließ beim Verknüpfen von Präsenz-Coaching-Modulen und E-Learning-Modulen. Ihre Kollegin Alexandra Jandausch präsentierte die ansprechende technische Umsetzung der E-Learning-Module, in die erkennbar viel Aufwand geflossen war, um ein sehr reichhaltiges Lernerlebnis zu ermöglichen, das mehr Interaktivität bietet als klassisches Lehrbuchlernen. Denn darin waren sich sowohl alle Referenten als auch alle Teilnehmer einig: Verharrt E-Learning darin, bestehende Materialien digital verfügbar zu machen, werden die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht annähernd genutzt.

Umsichtig wurde auch auf Limitierungen durch das Digitalisieren der Lerninhalte verwiesen. Die Lerngewohnheiten verändern sich durch die Beschränkungen des Handy-Bildschirms. Dr. Schiffner verdeutlichte die technische Dimension am Beispiel der beliebten Puzzle-Aufgaben, bei denen Satzteile mit drag&drop in einen logischen Zusammenhang gebracht werden sollen. Der Finger des Bedieners ist im Verhältnis zum Handy-Display zu grob, um mit mehr als 6 Puzzle-Teilen arbeiten zu können. Und obwohl diese Limitierung am Tablet nicht so gravierend ist, verzichtet Dr. Schiffner bislang auf Puzzle-Aufgaben, um die Einheitlichkeit der Aufgabenstellungen unabhängig vom Gerätetypen des Lerners zu gewährleisten. Man kann ja nicht für das Handy eine abgewandelte Version anbieten, weil sich sonst die Lernenden nicht mehr untereinander austauschen können.

Dr. Tillmann bestätigte, E-Learning zeichnet sich durch Vereinzelung des Lernvorgangs aus. Es interagierten stets 1 Lernender mit 1 Lernprogramm, weshalb es schwierig sei, mit längeren E-Learning-Einheiten zu arbeiten. Das studium digitale an der Frankfurter Universität habe daher auch technische Pausenhinweise eingebaut, die den Lerner beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen wie langem Verbleib auf einer Seite oder zu langer Inaktivität auffordern, eine Regenerationspause einzulegen.

Steffen Henkel verwies auf eine strukturelle Besonderheit im Markt. Die Erwerber der E-Learning-Pakete sind nicht die Nutzer. Nutzer und Erwerber haben aber deutlich unterschiedliche Interessen, die sich nur marginal überschneiden. Was die Qualität eines Produktes ausmacht, wird jedoch unterschiedlich definiert. Da mag ein Erwerber die Qualität schon erfüllt ansehen, wenn er keine Beschwerden hört. Ein Nutzer schaut jedoch viel mehr auf den Praxisnutzen.

Trainingsqualität ist komplex. Damit sie stimmt, muss vieles zusammenkommen.

Mit großer Spannung erwarteten die Teilnehmer die Programmteile zu konkreten Entwicklungstools für interkulturelle E-Learning-Einheiten. Dr. Schiffner und Dr. Tilmann stellten das Frankfurter Tool vor, das insbesondere für die Zielgruppe öffentlichrechtlicher akademischer Einrichtungen entwickelt wurde. Es umfasst Prognose-Tools über den Lernerfolg und wird ständig weiterentwickelt. Ein gewerblicher Gebrauch ist gegen Entgelt möglich. BCCM stellte ein weiteres Entwicklungstool mit hoher Funktionalität vor, das durch einfache Handhabung und intuitive Erlernbarkeit brilliert, das jedoch die Privatheit der Inhalte nur gegen monatliches Entgelt bietet. Die Teilnehmer teilten die großen Bedenken, ob sich dieses Entwicklungstool zum Erstellen marktgängiger interkultureller E-Learning-Einheiten einsetzen lässt, trotz aller beeindruckenden Funktionalität.

Wie in den Vorjahren nutzen die Teilnehmer mehrheitlich die Chance zum Netzwerken am Ende des Meistertags. Wer den Tagungsort Richtung schließlich gen Heimat verließ, war müde hatte ein Lächeln auf den Lippen.

Das Programm des Meister-Tags KUNST DES OPTIMALEN MEDIENEINSATZES am 5.03.2018 in Bonn

09:00 Registrierung

10:00 Wie Digitalisierung das Lernen interkultureller Inhalte verändert
Einführungsvortrag (BCCM = Success in Global Business)
Stichpunkte: Wie funktioniert Lernen im Gehirn, welche Vorgehensweisen sind für welche Trainingsinhalte prädestiniert, die Funktion positiver Stimulation für das Lernen

10:30 Interkulturelles Lernen am Handy
Verfügbarkeit als Trumpf, aber aufs Beiblatt kommt es an: interkulturelle Lernvideos und mehr (S. Henkel, crossculture-academy)

11:45 Educational Technologies
Bildungsprozesse effizienter, effektiver und attraktiver gestalten (Dr. D. Schiffner, studium digitale)

13:00 Mittagspause

13:45 Die Verzahnung von Präsenz- und digitalem Training
Erfahrungen im Bereich internationaler Entsendungen und virtueller Teams (Mechthild Müller, l.a.s.)

14:30 Workshop Digitale Helferlein
Geeignete Software zum Erstellen digitaler Lernmittel

16:00 Panel: Beispiele effizienter Lernformen für spezielle Lerninhalte
(Panelisten: l.a.s., studium digitale et.al. Moderation BCCM)

17:00 Ende des Meistertags, Beginn des Networking

Das Entstehen brillanter Fallstudien konnten die Teilnehmer am Meistertag "Kunst der Fallstudie" am 24. März 2017 in Bonn erleben. BCCM öffnete sein Nähkästchen, erlaubte Einblicke in die Arbeit mit begeisternden Fallstudien im Training für den Erfolg im internationalen Geschäft. Am Ende des Meistertages hatten die Teilnehmer erlebt, wie qualitativ herausragende Fallstudien für interkulturelle Managementtrainings entstehen, die tatsächlich ein gruppenorientiertes praxisnahes Lernen ermöglichen und über welche Stellschrauben sich der Komplexitätsgrad der Lerninhalte steuern lässt.

Obwohl fast ausschließlich erfahrene interkulturelle Trainer und Coaches teilnahmen, hatte der Meistertag einige Aha-Erlebnisse zu bieten. Schon allein die didaktisch sinnvolle Reihenfolge, Aufgabenstellungen vor den eigentlichen Fallstudientext zu drucken, leuchtete den Teilnehmern umgehend ein, obwohl fast alle dieser Reihenfolge zum ersten Mal begegneten.

Die Teilnehmer zeigten hohes Engagement. Begeisternde Fallstudien sollen Teilnehmer anregen, mehr zum Thema erfahren zu wollen. So wurden die Teilnehmer nach dem Lesen einer originalen BCCM-Fallstudie gefragt, ob sie sich gern mal mit der Protagonistin Ma Ding aus der Fallstudie unterhalten möchten, wenn sie die Gelegenheit dazu erhielten. Die einhellige Bejahung "Natürlich, ja!" verwunderte nicht. Genauso angeregt interessiert hatten sich stets die Teilnehmer des BCCM-China-Seminars gezeigt. Im Seminar erfuhren die Teilnehmer, warum welche Schilderungen in welcher Weise zur Fallstudie verdichtet wurden, welche Informationen gekürzt wurden, wie chinesische Leistungsträger kurz und knapp beschrieben werden können, ohne die Deutungshoheit oder absolute Wahrheiten zu beanspruchen. Gute Fallstudien erklären nicht, wie Leistungsträger einer anderen Kultur "so sind", sondern in welchem Handlungsumfeld sie Leistungen mit welchen Mitteln und welcher Motivation erbringen.

Die Teilnehmer diskutierten engagiert. Wer am Meistertag teilnahm, konnte erleben, wie in begeisternden Fallstudien komplexe Fragen zuweilen in einem einzigen Nebensatz umfassend behandelt werden. Lernökonomisch effizienter geht es wohl kaum. Ma Ding, die ihre Karriereerwartungen in der Frage "Wie wird es sein, wenn ich mal einen Sohn haben werde?" auf den Punkt bringt, regt mit nur einem Satz eine Diskussion an wie ein viertelstündiger Vortrag über das Selbstverständnis moderner Leistungsträgerinnen in den chinesischen Metropolen. Begeisternde Fallstudien, so haben die Teilnehmer gelernt, komprimieren, um Inhalte auf den Punkt zu bringen. Zuweilen kommt es auf einzelne Wörter an. Das Wort "Problemsicht" in den Bearbeitungsaufgaben kann schon allein die Aufmerksamkeit der Lernenden ungewollt vom eigentlichen Thema einer Fallstudie ablenken, wie eindrucksvoll dargelegt wurde.

Auch die Abgrenzung zu kurzen Critical Incidents − für die einige Regeln guten Fallstudiendesigns ebenfalls gelten − gelang beeindruckend anhand gängiger Beispiele. Schnell wurde klar: E-Learning zu interkulturellen Themen mit seiner bis heute vorherrschenden Form von anzuklickenden vorgegebenen Antworten oder Wissensschnipseln auf Videoclips kann sich bislang nur an Einsteiger richten, so dass der Nutzen oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Es ist aufgrund der im E-Learning-Format verbreiteten Beschränkung auf allgemeingültige Aussagen zu nationalen Charaktermerkmalen oder Präferenzen extrem schwierig bis unmöglich, Zusammenhänge in der gebotenen Differenzierung aufzuzeigen. Somit bleibt E-Learning im Bereich interkulturellen Managements auf reine Wissensvermittlung (könnte man auch bei Wikipedia nachschlagen) und grobe Stereotypisierung (Charakterisierung mit der Tendenz voreilig zu werten) beschränkt. Gute Fallstudien leisten mehr, indem sie Zusammenhänge aufzeigen und Ausgangspunkt für die Diskussion über Handlungsalternativen sind. Wenn ein Seminar dann noch von einem Trainerteam geleitet wird, das in beiden Business-Kulturen eigene Führungserfahrung sammeln konnte, zahlt sich die Investition in qualitativ hochwertiges Training im Nu aus.

Am Mittagstisch wurde in Kleingruppen weiterdiskutiert. Begeisternde Fallstudien schaffen die Basis für ein hohes Engagement der Lernenden. Viel Know-how liegt im Identifizieren eines didaktisch geeigneten Falls, denn nicht alles eignet sich, was interessant ist. Sex and Crime habe in begeisternden Fallstudien keinen Platz, so interessant beides auch sein mag, meinte BCCM. Auch Absichten dürfen keine Rolle spielen. Gut geeignet sind Situationen des Managements, in denen es trotz bester Absichten bei allen Beteiligten leicht zu einem clash of civilizations kommen könne.

Und dennoch ist der Schreibstil entscheidend. Mit Humor geht alles leichter, stimmt zwar generell, Humor ist in Fallstudien jedoch ein zweischneidiges Schwert, weil humoristische Situationen meist von Übertreibung leben. Für heikle Themen passe genau diese Übertreibung zuweilen. Wenn in der Fallstudie der junge Entsandte aus Deutschland in der Kneipe auf Karl trifft, der in Brasilien "schon 8 Mal in den letzten 2 Jahren die Liebe seines Lebens fand", dann braucht es keine langen Erklärungen mehr, einen kultivierten, respektvollen Umgang mit Personen des Expat-Umfelds anzuempfehlen. Neben dem stimmigen Schreibstil ist die Plausibilität der Fallstudiensituation zentral. Kommissar Zufall habe in begeisternden Fallstudien nichts zu suchen, legte BCCM dar. Wenn eine einflussreiche Person der Fallstudiensituation zufällig einen Vetter bei der Polizei habe, dann löse dies halt keine inhaltliche Auseinandersetzung über die Frage aus, wie Arbeitsplatzsicherheit gewährleistet werden könne.

Versammelte Kompetenz durch erfahrene Trainer. Nach der kurzweilig vorgetragenen Einführung ging es ans Eingemachte: In zwei Gruppen machten sich die Teilnehmer daran, eine gängige Fallstudie zu polieren. Dabei merkten alle: Begeisternde Fallstudien zu schreiben, braucht Übung. Immer wieder muss sie auf Herz und Nieren getestet werden und häufig gärt sie eine Zeitlang bis zur Seminarreife.

Der Meistertag beantwortete viele, aber nicht alle Fragen der Teilnehmer. Wie man interkulturelle Managementthemen im Rollenspiel vermitteln könne, fragten sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer. Man habe mit Rollenspielen nicht ausschließlich gute Erfahrungen gesammelt. Diese Frage musste im Wesentlichen unbeantwortet bleiben. BCCM konnte aber auf den für den 13. September angesetzten 2. Meistertag dieses Jahres verweisen, auf dem der geschickte Umgang mit Rollenspielen im interkulturellen Training eingehend diskutiert werden wird. Vermutlich werden einige Teilnehmer erneut dabei sein.

Lebendiges Lernen an konkreten Fällen, es gibt nichts Besseres. Jedenfalls, wenn es handwerklich gut gemacht ist.

Um das Handwerk des Rollenspiels ging es am Meistertag "Kunst des Rollenspiels". Es ist erstaunlich, daß die klare Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Personalführung zu Trainings mit Rollenspielen als effektivste Lernform im interkulturellen Managementseminar bei Nachfragern überraschend wenig beachtet wird.

Rollenspiele zu entwerfen, gilt als hohe Trainerkunst. Vieles muss passen, damit das Gesamtbild stimmig wird. Das Rollenspiel braucht Handlungsspielraum, um nicht bloße comedia dell’ arte zu werden, es braucht eine spannende Dramaturgie und die Möglichkeit eines von allen Beteiligten erstrebenswert angesehenen Ergebnisses.

Wer Fach-Bücher und das Netz durchsucht, findet eine Vielzahl Rollenspiele für internationale Management-Trainings. Die Auswahl ist riesig, das Passende zu finden nicht leicht. Unterschiedliche Rollenspiele vermitteln sehr unterschiedliche Lerninhalte. Genau darum drehte sich das Gespräch am Meistertag: Wie man die Rollenspiel-Didaktik auf Lernziele abstimmt.

Die anregenden Gespräche bestachen durch den großen Erfahrungsschatz der Beteiligten. Ausführlich wurden Rollenspiele im Spiegel moderner digitaler Angebote im Firmenintranet bewertet und für lernökonomisch unschlagbar befunden, auch wenn die Verfügbarkeit per Mausklick natürlich nicht gegeben sein kann.

Leider mussten wir aus organisatorischen Gründen erstmals Interessenten absagen, die sich kurzfristig nachgemeldet hatten. Eine frühzeitige Anmeldung für den nächsten Meister-Tag ist also zu empfehlen.

Besonders gefreut hat BCCM, dass die Teilnehmer der Meistertage die Chance zum Netzwerken nutzten. So fand ein Trainerkollege schnell Kontakt zu einer anderen Teilnehmerin, mit der zusammen man ein Seminar für eine exotische Region durchführen möchte. Wenn das geplante Seminar auch nur einige der Anregungen der Meistertage umsetzt, wird es sich für alle gelohnt haben, insbesondere für die künftigen Teilnehmer.

Der Meistertag ist das Fachforum für das professionelle Vermitteln interkultureller Kompetenz im beruflichen Kontext. Der Meistertag bietet erstklassige Gelegenheit zum kompetenten Austausch über aktuelle Entwicklungen professioneller Vermittlung interkultureller Lerninhalte. Zur Förderung des Austausches mit der akademischen Forschung vergibt BCCM 2 Stipendien zur Teilnahme am Meistertag an 2 Studenten interkultureller Studiengänge.

Bewerben können sich Studierende eines Master- oder Bachelor-Studiengangs mit interkulturellem Bezug oder Studierende, die eine Abschlussarbeit mit interkulturellem Bezug schreiben. Zur Bewerbung reicht ein Anschreiben per Mail an stipendium@bccm-web.com, das folgende Angaben enthält:
+ Studiengang und Fachsemester
+ Darlegung des Teilnahmeinteresses (etwa halbseitig DIN A4)
+ Studienort und Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls mit interkulturellem Bezug oder Prüfer der Abschlussarbeit

Ein Stipendium umfasst die Teilnahme am Meistertag, die An- und Rückreise (DB 2. Klasse Sparpreis oder Bus), Verpflegungspauschalen und ggfs. eine Übernachtung am Tagungsort.
BCCM freut sich auf Bewerbungen bis zum 10. Januar 2020.

Referentin Dr. des Haß

Sehr lebendig und anschaulich präsentierte Dr. des J. Hass Ergebnisse ihrer aktuellen Studie zur Didaktik interkultureller Lerninhalte

Referentin Mueller lateinamerikaservice

Mitreissend erläuterte Mechtild Müller evidenzbasiertes e-learning interkultureller Lerninhalte.

Teilnehmer des Meistertags Interkulturelles Managementtrainings beim Networking

Ebenfalls von hohem Teilnehmernutzen sind die vertiefenden Pausengespräche und das Networking

Vorstellung eines Tools zum Erstellen von E-Learning-Einheiten

Dr. Tilmann und Dr. Schiffer vom studium digitale stellten ihr bewährtes E-Learning-Tool vor.